Geschichte
Geschichte
Der Name Moosleerau taucht erstmals 1243 in Urkunden als «Moslerowva» auf. Bereits im 13. Jahrhundert sind kiburgische Dienstleute in der Region erwähnt. Ende des 13. Jahrhunderts wechselten Güter in Leerau mehrfach den Besitzer; so verkauften 1296 die Brüder Johannes und Ulrich Meier von Leerau Erblehen an das Kloster St. Urban, das hier schon lange Grundbesitz hielt.
Mit dem Orts- und Familiennamen «Leerau» verbinden sich verschiedene historische Namensformen wie Lerower, Lerwer oder Lerber. Eine bekannte Figur war der Berner Bürger Daniel Lerber, der 1616 Obervogt zu Lenzburg war und ein Wappen mit einer Lerche führte. Dies deutet auf eine mögliche Bedeutung von Leerau als «Lerchenau» hin – ein Bild, das bis heute passt, wenn im Sommer der Lerchengesang das Tal erfüllt.
Schon früh, vermutlich seit dem 15. Jahrhundert, waren Kirchleerau und Moosleerau – gemeinsam oft «Leerau» genannt – mit Schloss und Herrschaft Rued verbunden. Diese lange Phase dauerte bis 1809 und prägte das Dorf stark. Besonders eng verknüpft ist Moosleerau mit der Familie von May, die nach verschiedenen Adelsgeschlechtern die Herrschaft übernahm. Ihre Geschichte ist von Auseinandersetzungen geprägt: Nicht alle Herren führten ihr Amt im Sinn der Bevölkerung, was immer wieder zu Konflikten und Widerstand führte.
Auch die Landschaft rund um Moosleerau erzählt Geschichte. Der historische Verkehrsweg vom Chalofen nach Triengen gilt als Weg von nationaler Bedeutung und ist im Inventar der historischen Verkehrswege der Schweiz aufgenommen. Er beginnt bei der Linde – dem Wahrzeichen Moosleeraus – und führt als eindrücklicher Hohlweg durch den Wald. Nach dem Austritt aus dem Wald erreicht man die Brücke über den Gründelbach mit der Jahreszahl 1826 und einen alten, gut erhaltenen Brunnen. Dieser Weg verbindet Vergangenheit und Gegenwart – und zeigt, wie reich die Gemeinde historisch und landschaftlich verwurzelt ist.
Linde (Wahrzeichen Moosleerau)
Wald (oberhalb des Bengels)
Schule